Das Königsmoor als Ausflugsziel

Das „Südliche Hagener Königsmoor“ liegt direkt in Reichweite der Burg und bietet dem Erholungsuchenden wie auch dem Naturinteressierten ein Erlebnis der besonderen Art. Auf zwei ausgeschilderten Routen erwandern Familien wie auch naturkundlich interessierte Gruppen und Schulklassen gerne zu Fuß dieses Moor und nehmen erfreut ebenso die Chance wahr, sich dieses Biotop mit seiner Tier- und Pflanzenwelt zu erschließen. Sehr gern lauschen die Besucher den immer wieder interessanten Worten unseres Moorwartes bei einer seiner Moorführungen. Auch aus touristischer Sicht gewinnt unser im Südzipfel des Landkreises Cuxhaven gelegenes Königsmoor zunehmend an Bedeutung. Ein vom Kultur- und Heimatverein (KHV) neu aufgelegter Prospekt mit Skizzen über die Wanderwege, den Aussichtsturm mit Informationstafeln und die aktualisierte Beschilderung erleichtern es dem Interessierten, auch auf eigene Faust diese einzigartige Landschaft mit seiner mannigfachen Flora und Fauna zu allen Jahreszeiten auf sich wirken zu lassen.

Wie aber kam dieses Moor zum Namen „Königsmoor“?

Zwischen 1820 und 1845 wurde das damalige Ahemoor vom König von Hannover an die Interessenten meierrechtlich vergeben und von da an „Königsmoor“ genannt. In Hunderten von Parzellen wurde im Handtorfstich der Torf für Brennmaterialzwecke abgebaut. Der Torf stellte in früheren Jahrhunderten einen unerschöpflich und preiswert zur Verfügung stehenden Rohstoff dar, den es unbedenklich auszubeuten galt. Über die schwerwiegenden ökologischen und klimatischen Folgen solchen Tuns musste man sich noch keine Gedanken machen. Damals stellte der Handtorfstich noch einen verhältnismäßig geringen Eingriff in die Naturlandschaft Moor dar. Erst der maschinelle Torfabbau jedoch – im Königsmoor im Zeitraum von 1971 bis 1996 – zerstörte einen Jahrtausende alten Lebensraum für besondere Tiere und Pflanzen. Auch dieses Hochmoor wäre inzwischen unter dem Aspekt des Naturschutzes als unwiederbringlich zerstört anzusehen, hätten nicht vorausschauende Mitglieder des KHV sich frühzeitig für eine Überführung des Areals in die Obhut des Vereins eingesetzt und mit der Wiedervernässung eine Renaturierung in Gang gesetzt. Durch das Verständnis der meisten damaligen Eigentümer, die Unterstützung des Landkreises und der Gemeinde Hagen gelang es im Jahre 1999, ein Stück des bereits als verloren geglaubten heutigen Naturschutzgebietes zu erhalten und sich wieder entwickeln zu lassen. Hierbei ist insbesondere die tatkräftige, ehrenamtliche Mitarbeit des Arbeitskreises Moor unseres Vereins an der Wiederherstellung des Feuchtgebietes zu erwähnen, wodurch dieses einmalige Moor überhaupt wieder neu entstehen und so der Nachwelt erhalten bleiben konnte. Ein Vielfaches an Flächen im nahen Umkreis harrt noch solcher kostspieliger Maßnahmen. In Zeiten des Klimaschutzes wird erst bewusst, wie hoch die Initiativen für die erfolgreiche Renaturierung des Hagener Königsmoores einzuschätzen sind. Das in Jahrtausenden in Moorböden gespeicherte Kohlendioxid gelangt bei der Abtorfung – noch dazu in großem Stil – in die Atmosphäre und stellt damit einen weiteren immensen Baustein zur Klimaverschlechterung dar. Wird hingegen ein Hochmoor, so lange es noch eines ist, wieder vernässt, kann das Feuchtgebiet wieder wie ein Schwamm das CO2 aufsaugen und speichern. In neuerer Zeit setzen sich Naturschutzverbände, Stiftungen, etc. für derartige Maßnahmen ein, bevor noch weitere ähnliche Terrains der Nachwelt unwiederbringlich verloren gehen. Inzwischen hat sich das Königsmoor wieder zu einer einzigartigen Landschaft entwickelt.

Die Entdeckung selten gewordener Pflanzen begeistert den Wanderer; ebenso wird ihm beispielsweise das Beobachten von Nilgänsen und Kranichen aus nächster Nähe ein unvergessliches Erlebnis sein, letztere erwählten unser Moor sogar schon zum Brüten und Überwintern.

Sensationell ist es, den seltenen Baumfalken zu beobachten wie er in atemberaubender Flugakrobatik Libellen jagt. Gänse, Enten und Watvögel sind in größerer Zahl und Verschiedenartigkeit zu sehen. Schmetterlinge und andere Großinsekten gibt es in Vielfalt. Moortypische Lurche und Amphibien wie die Kreuzotter bereichern die Fauna. Die Flora wartet neben reichen Beständen an Sumpfkalla und Wollgräsern mit Seltenheiten wie Moorlilie, Orchis, Schwalbenwurzenzian und Sonnentau auf.

Möge die Aufzählung aller dieser kleinen und großen „Naturwunder“ dem Besucher Anreiz sein, sich dieses Kleinod „Südliches Hagener Königsmoor“ mit offenen Sinnen zu erschließen.